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Chefredakteur Guido Kraus

Chefredakteur Guido Kraus

Verehrter Leser,

wie sehr wünscht man sich doch, die deutsche Sicherheits- und Verteidigungspolitik einmal nicht als „chaotisch“ bezeichnen zu müssen. In diesen Tagen wird heftig um die Aus­rüstung der Bundeswehr mit bewaffneten Drohnen gestritten. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) und der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus (FDP) befürworten dies, Politiker der Opposition sind da­gegen. Vor allem Grüne und Linkspartei wollen verhindern, daß künftig unbemannte, bewaffnete Fluggeräte für die ­Bundeswehr bereitgestellt werden. Sie berufen sich auf eine Studie aus den USA, wonach der Einsatz von Drohnen ­automatisch die ­Zivilbevölkerung in den Operationsgebieten ­„terrorisiere“.

Bewaffnete Drohnen sind zunächst Kampfmittel wie jedes andere auch. Man kann sie sowohl zum Schutz der eigenen Soldaten einsetzen, als auch zivile Einrichtungen mit ihnen angreifen. Das gleiche gilt auch für eine herkömmliche Kanone, einen Panzer oder ein Artilleriegeschütz. Hellmut Königshaus trifft dabei ins Schwarze, wenn er sagt: „Hätten unsere Soldaten bewaffnete Drohnen zur Verfügung, müßten sie nicht mehr hilflos zuschauen, wenn unsere eigenen Leute bedroht werden.“ Der Einsatz von Kampfdrohnen ist vor ­allem für ­Afghanistan geplant.

Was die Gegner von Kampfdrohnen in ihrer Argumentation unterschlagen: Ein Großteil der US-amerikanischen Soldaten benimmt sich auch jenseits des Drohneneinsatzes in Afghanistan und im Irak wie die Axt im Walde. So zumindest nimmt das die Zivilbevölkerung wahr, wenn US-Soldaten Hochzeiten stürmen, einfache Dorfbewohner demütigen oder eben mit Kampfdrohnen auf zivile Fahrzeuge schießen. ­Es sind also nicht die Drohnen selbst, die den Krieg in Afghani­stan und sonstwo eskalieren lassen. Bei verantwortungsvollem Einsatz spricht einiges für dieses neue Kriegsgerät. Königshaus und de Maizière haben Recht, wenn sie sagen, daß Kampfdrohnen in Afghanistan das Leben deutscher Soldaten sicherer machen könnten. Wer den Einsatz in Afghanistan prinizipiell befürwortet, gleichzeitig aber Kampfdrohnen ablehnt – wie viele Politiker der Grünen und der SPD –, muß sich den Vorwurf gefallen lassen, daß ihm im Zweifelsfall die Aufständischen wichtiger sind als die eigenen Soldaten.

Der Wehrbeauftragte Königshaus vergißt aber wohl die wichtigste und gleichzeitig einfachste Maßnahme, das Leben deutscher Soldaten zu schützen: Den vollständigen und ­raschen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Denn der Krieg, über den wir hier sprechen, ist nicht unser Krieg.

Mit freundlichen Grüßen

Guido Kraus
Chefredakteur

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