Archiv für die Kategorie „Zweiter Weltkrieg“

Rußland: Kriegsgräber sowjetischer Soldaten in Deutschland gut gepflegt

Freitag, 29. November 2013

Moskau/Berlin. Die russische Regierung hat der Bundesrepublik Deutschland bescheinigt, die Gräber der im Zweiten Weltkrieg gefallenen sowjetischen Soldaten sorgfältig zu pflegen.

Man könne “im Allgemeinen zufrieden sein”, sagte der Diplomat Wladimir Kukin am Montagabend bei einer Veranstaltung in der russischen Botschaft in Berlin. Das berichtete die Tageszeitung “Neues Deutschland” am Mittwoch. Nicht jeder Staat habe eine solche Erinnerungskultur wie Deutschland. Auf deutschem Boden sind exakt 3.445 solcher Kriegsgräberstätten zu finden.

Ungleicher Kampf: Die SS-”Totenkopf”-Division bei Arras 1940

Dienstag, 8. Oktober 2013

Foto: DMZ-Archiv

Arras. Der deutsche Blitzkrieg hat bis heute sowohl im Polen- als auch im Westfeldzug den Eindruck eines unaufhalt­samen Siegeszuges der deutschen Truppen hinterlassen. Und das, obwohl das Kräfteverhältnis zunächst alles andere als eindeutig war, denn sowohl die Polen als auch die Westalliierten verfügten über qualitativ starke Armeen.

In einigen Fällen gelang es dem Gegner sogar, hartnäckigen Widerstand zu leisten und Erfolge gegen die heranrückenden deutschen Truppen zu erringen. So zum Beispiel vom 15. bis 18. Mai 1940 bei Stonne, wo die deutsche 10. Panzerdivision und das Infanterieregiment „Großdeutschland“ den Gegenangriff der 2. französischen Armee unter General Charles Hunziger blutig abwiesen, oder bei Arras am 21. Mai 1940, als die 7. Panzerdivision unter Erwin Rommel und die Panzerjäger sowie Aufklärungsabteilung der SS-„Totenkopf“-Division sich eines britisch-französischen Panzerangriffes in die Flanke der zum Kanal stürmenden deutschen Truppen zu erwehren hatten. (weiterlesen…)

Operation “Zitadelle”: Die Panzerschlacht bei Prochorowka am 12. Juli 1943

Montag, 7. Oktober 2013

Prochorowka. Unter den vielen Mythen des Zweiten Weltkrieges stehen die Schlacht bei Kursk und besonders die Panzerschlacht bei Prochorowka als „Grab der deutschen Panzerwaffe“ ganz sicherlich an erster Stelle.

Dieser Mythos beruht im Prinzip auf der sowjetischen Version der Schlacht, der zum großen Propaganda-Epos vom „Überfall auf die friedliebende Sowjetunion“ und Heldentum der Sowjetmenschen gehört. Über fünfzig Jahre lang hatten die meisten westlichen Historiker die propagandaverzerrte Version der Roten Armee unkritisch übernommen und weiterverbreitet, ohne die dort präsentierten Angaben überhaupt nachzuprüfen und zu analysieren. So gehörte die Behauptung mit zu den überlieferten sowjetischen Mythen, daß die deutschen „Tiger“-Panzer zu Hunderten abgeschossen worden waren. Allein die deutsche 3. Panzerdivision sollte demnach an die sechshundert Panzerfahrzeuge verloren haben. (weiterlesen…)

Deutscher Soldatenfriedhof bei Smolensk

Freitag, 23. August 2013

Moskau. Im westrussischen Duchowschtschina bei Smolensk ist am 4. August 68 Jahre nach Kriegsende der letzte, neue Soldatenfriedhof für die auf russischem Boden gefallenen deutschen Soldaten des Zweiten Weltkriegs eingeweiht worden.

Er soll als letzte Ruhestätte für 70.000 Wehrmachtsoldaten dienen, 30.000 wurden bereits beigesetzt – darunter, im Rahmen der Einweihungsfeier, der 500.000. in Rußland gefallene Wehrmachtsoldat. Auf großen Granitstelen sind die Namen der Toten eingraviert. Die russische Regierung unterstützt das Projekt, das mit 600.000 Euro aus deutschen Spenden- und Steuergeldern finanziert wird. Eine Minderheit der Anwohner und einige lokale Medien ereifern sich allerdings über die Ruhestätte: „Wenn dieser Faschisten-Friedhof kommt, gibt es Krieg“, droht eine Provinzpostille. Zu der Einweihungszeremonie war neben zahlreichen Angehörigen der Gefallenen auch Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) angereist.

Der Ulrichsberg ruft

Montag, 29. Oktober 2012

DMZ vor Ort: Ulrichsberggedenken 2012 in Kärnten
Herrlicher Sonnenschein liegt am 16. September über den Kärntner Alpen, spätsommerliche Wärme. Auf dem Ulrichsberg findet das traditionelle Ulrichsberggedenken statt. „Das Wetter spielt mit“, freut sich ein Teilnehmer. Die Gedenkveranstaltung hat Geschichte: Schon zum 52. Mal wird auf den Berg geladen, um der Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs und des Kärntner Abwehrkampfes sowie der glücklich heim­gekehrten Kriegsgefangenen zu gedenken. Eingeladen hatte wie jedes Jahr die „Ulrichsberggemeinschaft Heimkehrer- und Europagedenkstätte“. Die Gemeinschaft hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet und 1959 erstmals das Gedenken auf dem Ulrichsberg ausgerichtet. Seither fand die Veranstaltung bis 2008 jährlich auf dem Berg statt. Nach drei Jahren Pause – in denen nicht auf dem Berg, sondern in einer benachbarten Ortschaft gedacht werden konnte – ist das Ulrichsberggedenken nun wieder auf „seinen“ Berg zurückgekehrt. (weiterlesen…)

Der Atlantikwall

Mittwoch, 7. Dezember 2011

85dmz2Monumentales Bauwerk des Zweiten  Weltkrieges

Nach dem Sieg im Westen über Frankreich 1940 und dem Präventivschlag der Wehrmacht gegen die zum Angriff aufmarschierte Rote Armee 1941 befand sich die Masse der deutschen Streitkräfte in den Weiten Rußlands. Um der Gefahr einer alliierten Invasion im Westen zu begegnen, wurde auf Befehl Hitlers durch die Organisation Todt mit dem Bau eines gewaltigen Bollwerks am Meer begonnen, von der spanischen Grenze im Süden bis zu den Küsten Norwegens im Norden. Zum Schutz des Reiches entstanden im Laufe der Jahre tief­gestaffelte Verteidigungsstellungen, gewaltige Bunkerwerke zur Deckung weittragender und schwerer Geschütze, Funkmeßanlagen zum Erfassen und zu frühzeitiger Bekämpfung feindlicher Bomberströme auf dem Flug nach Deutschland, U-Bootbunker als Stützpunkte für die „Schlacht im Atlantik“, um Großbritannien von seinen Versorgungslinien abzuschneiden und vieles mehr. (weiterlesen…)

Operation „Deadlight“

Donnerstag, 20. Oktober 2011

84dmz3Die letzte Fahrt der grauen Wölfe

Die grauen deutschen U-Boote waren es, die während beider Weltkriege die Seeherrschaft Großbritanniens angefochten und wie reißende Wölfe das britische Inselreich umlagert haben und die unsere Vettern jenseits des Kanals mehr als vieles andere ganz besonders gefürchtet haben. Und so verwundert es kaum, daß sie jeweils unmittelbar nach Beendigung der Weltkriege alles daran setzten, „all german subs“ in Bausch und Bogen von den Meeren zu tilgen.

Die im Mai 1945 auf See kapitulierenden deutschen U-Boote mußten unter Hissung einer schwarzen Flagge unverzüglich englische Häfen anlaufen. Eine erste Gruppe von zwölf von Norwegen überführten U-Booten erreichte am 30. Mai 1945 den britischen Flottenstützpunkt Scapa Flow. Bis zum 5. Juni 1945 kamen dort weitere 52 Boote hinzu. Über 130 Boote wurden dann von den über Deutschland obsiegenden Briten auf den Sammelplätzen Loch Ryan (Südwestküste Schottland) und Lisahally nördlich Londonderry (Loch Foyle/Nordirland) zusammengezogen. (weiterlesen…)

Kommando Becker

Freitag, 2. September 2011

Beutestück aus Frankreich: Dieses Flak-Geschütz wurde ebenfalls von Einheiten der deutschen Wehrmacht während des Frankreichfeldzuges übernommen.

Beutestück aus Frankreich: Dieses Flak-Geschütz wurde ebenfalls von Einheiten der deutschen Wehrmacht während des Frankreichfeldzuges übernommen.

„Recycling“ von alliiertem Kriegsmaterial

Es ist eine bekannte Tatsache, daß seit Anbeginn der Menschheit und im Lauf der Evolution nach Konflikten zwischen Stämmen und später Nationen die Waffen des Gegners weiterverwendet wurden. Besonders erbeutete Waffen höherer Technologie wurden auch vom neuen Besitzer sehr oft eingesetzt. Ob Pfeilspitzen aus Stein oder Metall, Schwerter aus Bronze oder Eisen, sowjetische T-34-Panzer oder deutsche „Panther“, es waren immer dieselben Motive ausschlaggebend. Deutschland hatte dieses Prinzip bereits im großen Stil im Ersten Weltkrieg angewendet. Damals wurden unzählige Tanks des Gegners, meistens britischer Herkunft, erbeutet und zum Teil gegen die ehemaligen Eigentümer eingesetzt – insgesamt kamen auf diese Weise etwa 170 britische Panzer gegen die eigene Seite zum Einsatz. Deutschland konnte so meh­rere Panzer-Abteilungen neben den zahlenmäßig weit unterlegenen Einheiten mit dem eigenen Sturmpanzerwagen A7V deutscher Fabrikation aufstellen. (weiterlesen…)

Die Ausnahmesoldaten

Freitag, 18. Februar 2011

Brillantenträger

Ein Farb-Bildband erinnert an die Brillantenträger

Als am 1. September 1939 die Auszeichnung des Eisernen Kreuzes neu geschaffen wurde, knüpfte der Staat damit an eine deutsche Militärtradition an, die ihren Ursprung im Jahre 1813 hat. Mit Beginn der Befreiungskriege gegen die französischen Besatzungstruppen stiftete der Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. – am 18. März, dem Geburtstag der Königin Luise – einen Orden in drei Klassen, der, mit Ausnahme des Großkreuzes, jedem Soldaten unabhängig vom Dienstgrad und gesellschaftlichen Stand für eine herausragende Waffentat verliehen werden konnte. Der Entwurf zu diesem Ehrenzeichen stammte von Karl Friedrich Schinkel. Die Stiftung wurde 1870 und 1914 erneuert. 1939 trat als Stifter an die Stelle des untergegangenen Königreichs Preußen das Deutsche Reich. Neben dem EK II, dem EK I und dem Großkreuz war als Zwischenstufe das am Hals zu tragende Ritterkreuz hinzugekommen. Da es sich nun um eine gesamtdeutsche Auszeichnung handelte, wurden die Farben des Ordensbandes von den preußischen schwarz und weiß in die Reichsfarben schwarz-weiß-rot geändert. (weiterlesen…)

„Vergewaltigung des Rechts“

Mittwoch, 8. Dezember 2010

79dmz2Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat in Nürnberg die neue Dauerausstellung zu den Nürnberger Prozessen eröffnet. Vor 65 Jahren war der Auftakt des alliierten Siegertribunals in Berlin, später zog man nach Nürnberg um. Der renommierte Historiker Prof. Franz W. Seidler erklärt im DMZ-Interview die Hintergründe.

DMZ: Herr Prof. Seidler, der russische Außenminister Sergej Lawrow sprach bei der Eröffnung der Ausstellung „Memorium Nürnberger Prozesse“ vom „wichtigsten Prozeß in der Geschichte der Zivilisation“. Teilen Sie diese Ansicht?

Seidler: Was versteht er wohl unter Zivilisation? Ich kann keinen Schub zu einer besseren Zivilisation erkennen. Die Menschen wurden nachher nicht edler, und die Staaten wurden nicht friedlicher. Die Nürnberger Prozesse markieren jedoch eine politische Zäsur. Die Konkurrenz der sogenannten „faschistischen“ Staaten, insbesondere Deutschlands, war ausgeschaltet. Die USA und die UdSSR teilten sich von da an die Weltherrschaft. Die europäischen Nationalstaaten wurden von der einen oder an­deren Seite für ihre Zwecke vereinnahmt. Mit dem Prozeß gegen die deutschen „Hauptkriegsverbrecher“ endete die Ko­operation der beiden Weltmächte. Es zog der Kalte Krieg herauf, der bis 1990 die Weltpolitik als Blockpolitik de­finierte. Der politische Aspekt des Prozesses rangiert vor dem zivilisatorischen. Zur Zivilisation hat das IMT (International Military Tribunal) nichts beigetragen, aber es hat die heuchlerische Allianz zwischen den westlichen Demokratien (USA, Großbritannien, Frankreich) und der totalitären Diktatur der UdSSR demaskiert. Nachdem das für beide Seiten gefährliche „deutsche Schwein“ geschlachtet war, zerfiel das Bündnis. Zu einem zweiten gemeinsamen Prozeß fand sich keine Seite bereit.   (weiterlesen…)