Wehrverwaltung und Bundesrechnungshof: Ärger um neues Maschinengewehr MG5

Berlin. Dem Verteidigungsministerium droht erneut Ärger wegen der Beschaffung neuer Militärtechnik.

Wie das ARD-Magazin “Monitor” berichtet, erklärte der Bundesrechnungshof, er prüfe das Beschaffungsprojekt für das neue Maschinengewehr MG5 ebenso wie “die Erprobung der Waffen durch die Bundeswehr”. Die Beschaffung des MG5 soll dem Bericht zufolge auch innerhalb der Wehrverwaltung umstritten sein. In einer internen Entscheidungsvorlage des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr wird demnach sogar empfohlen, “das Maschinengewehr (…) MG5 nach kritischer Überprüfung (…) neu auszuschreiben.”

Hintergrund sind offenbar umstrittene Vorgänge im Rahmen der ersten Ausschreibung. Rudolf Schiwon, ehemaliger Berater bei EADS und jetziger Chefredakteur der Fachzeitung “cpm forum”, kritisierte gegenüber dem Magazin: “Bei der Ausschreibung gab es ein Kriterium, nämlich ‘Sicherung in allen Ladezuständen’, das direkt auf das Produkt von Heckler & Koch zugeschnitten war.” Eine Konkurrenzwaffe aus Belgien, die bereits im Einsatz erprobt und in vielen NATO-Staaten im Gebrauch ist, habe dadurch “keine Chance” mehr gehabt.

Bei der Ausschreibung des Auftrags hatte der deutsche Hersteller Heckler & Koch aus Oberndorf am Neckar den Zuschlag erhalten. Die Wehrexperten des Bundesamts plädieren hingegen dafür, das Konkurrenzprodukt aus Belgien in Betracht zu ziehen. Das neue Maschinengewehr soll in allen Truppenteilen das alte Modell MG3 ersetzen, die Nachrüstung ist daher mit einem Großauftrag verbunden. Laut dem Vertrag zwischen der Bundesrepublik und Heckler & Koch beläuft sich die Gesamtsumme auf bis zu 240 Millionen Euro.

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