Asylbewerber-Flut: Soldaten der Bundeswehr sollen beim Bearbeiten der Anträge aushelfen

Illegale Einwanderer bei ihrer Ankunft auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa (Foto: Wikipedia/Sara Prestianni/noborder network, CC BY 2.0)

Berlin. Aktive Soldaten der Bundeswehr sollen offenbar demnächst bei der Bearbeitung von Asylanträgen aushelfen.

Die Streitkräfte werden auf Bitten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ausgeliehen, berichtet die Tageszeitung “Neues Deutschland”. Gesucht werden demnach Freiwillige mit Feldwebeldienstgraden. Laut einem internem Schreiben des Bundeswehr-Personalmanagements erhalten die Soldaten ein Einweisung am Arbeitsplatz vor Ort und werden dann bei der Antragsbearbeitung im Asylverfahrenssekretariat eingesetzt, weshalb Kenntnisse in Stabsdienstarbeit von Vorteil seien. “Kernzeitraum” für die personelle Unterstützung des BAMF seien sechs Monate zwischen dem 1. März bis und 31. August 2014. Die abgestellten Soldaten werden Dokumente und Personalien der Flüchtlinge überprüfen und ihnen Fingerabdrücken im Rahmen der erkennungsdienstlichen Behandlung abnehmen, berichtet auch das Militär-Blog “Augen geradeaus!”. Von Planungen, auch Reservisten einzusetzen, wurde inzwischen Abstand genommen.

Hintergrund ist die derzeitige Flut von Asylanträgen. Allein im Oktober verzeichnete das BAMF 12.940 Erstanträge. Seit Januar liegen damit in diesem Jahr insgesamt 87.442 Erstanträge vor, die bearbeitet werden müssen. Dies entspricht einem Zuwachs von 73,7 Prozent im Vergleich zum Vergleichszeitraum des Vorjahres (50.344 Erstanträge). Ende Oktober 2013 waren die Verfahren von 78.066 Personen noch nicht vom BAMF entschieden, weswegen nun Soldaten der Bundeswehr aushelfen sollen.

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