Geheimdienst: BND war in den 80er-Jahren in Afghanistan gegen die Sowjetunion aktiv

Sowjet-Soldat in Afghanistan, 1988 (Foto: Wikimedia/A. Solomonov, CC BY-SA 3.0)

Berlin/Kabul. Der Bundesnachrichtendienst (BND) war während der Intervention der Sowjetunion in Afghanisten in den 1980er-Jahren aktiv. Das belegen neue Erkenntnisse.

Wie das ZDF und die “Welt” berichten, seien Agenten des BND im Rahmen der streng geheimen Operation “Sommerregen” in Afghanistan und dem benachbarten Pakistan tätig gewesen. Aufgabe war es demnach, in Afghanistan eingesetzte sowjetische Militärtechnologie zu beschaffen, von besonderem Interesse seien neue Panzerungen, Munitionsarten, Nachtsichtgeräte und Navigationstechnologie der Roten Armee gewesen, so die Berichte.  Der frühere BND-Präsident Hans-Georg Wieck sagte dem Blatt: “Es gehörte zu den Aufgaben des BND, sowjetisches Rüstungsmaterial zu sichern, um dieses zur Untersuchung nach Deutschland zu bringen.” Die Bundesregierungen des damaligen Kanzlers Helmut Schmidt (SPD) und die seines Nachfolgers Helmut Kohl (CDU) genehmigten die Operationen, der Bundestag wußte von nichts.

Zwischen 1979 und 1989 hatte sich die Sowjetunion in Afghanistan militärisch engagiert. Auf Bitten der afghanischen Regierung entsandte Moskau zeitweise bis zu 115.000 Soldaten an den Hindukusch, um afghanische Islamisten zu bekämpfen, die von zahlreichen Staaten der NATO, allen voran den USA, politisch und materiell unterstützt wurden. Nachdem die sowjetische Armee 1989 aufgrund ihrer faktischen Niederlage sowie der Verabschiedung des Genfer Abkommens abgezogen war, konnten sich Mitte der 90er-Jahre schließlich die islamistischen Taliban durchsetzen und das Land unter ihre Herrschaft bringen, die 2001 durch den US-amerikanischen Einmarsch beendet wurde.

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