Sturmgewehr G36: Bundeswehr sieht “erhebliche Mängel” bei Hitzeeinwirkung

Soldaten der Bundeswehr mit dem G36 in Bosnien (Foto: Wikimedia/US Air Force)

Berlin. Die Bundeswehr attestiert dem Sturmgewehr G36 von Heckler & Koch “erhebliche Mängel” unter bestimmten Einsatzbedingungen.

Wie der “Spiegel” berichtet, belege ein vertraulicher Abschlußbericht der zuständigen Wehrtechnischen Dienststelle, daß das G36 bei Erwärmung durch Sonneneinstrahlung und Dauerfeuer an Präzision verliert. Nach der Abgabe von 90 Schuß aus hundert Meter Entfernung habe die Waffe einen Streukreis von 50 bis 60 Zentimetern aufgewiesen. In dem Bericht heißt es dazu: “Hier ist die Frage zu stellen, inwieweit ein Soldat in einem Feuergefecht mit heißgeschossener Waffe überhaupt noch treffen kann.” Als Grund nennt das Papier aus Kunststoff hergestellte Teile der Waffe, die bereits bei 23 Grad Celsius an Steifigkeit verliere. Liege die Waffe in der Sonne oder werde sie von einer Seite erwärmt, verlagere sich dadurch der Treffpunkt des Gewehrs. Der Hersteller erklärte auf Anfrage, es handle sich bei den beobachteten Phänomenen um “auch für den Laien nachvollziehbare” normale physikalische Vorgänge.

Auch die Pistole P8 desselben Herstellers gibt es offenbar Probleme. Bei der von der Bundeswehr verwendeten Munition vom Typ DM51 soll ein gefährlich hoher Gasdruck entstehen; Pistolen seien am Verschluß oder Rohr gerissen und bei manchen Exemplaren würden durch den Druck Metallteile herausgeschleudert. Interne Dokumente nennen eine “Verletzungsgefahr” bei Verwendung der Munition. Heckler & Koch führt die Probleme auf den Einsatz nicht freigegebener Munition mit “überhöhtem Gasdruck” zurück, zählt aber auch jene DM51 dazu.

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